Eurogate 5, Wien

  • EUROGATE ist eines der wichtigsten Stadterweiterungsgebiete Wiens und wird überwiegend als Passivhaussiedlung realisiert. © beyer
  • Die Stadt Wien realisierte auf dem Gelände des ehemaligen Aspangbahnhofes die größte Passivhaussiedlung Europas.© Pflügl

Mit der Fertigstellung des von Architekt Johannes Kaufmann entworfenen Baukörpers auf Bauplatz 5 wird im Frühjahr 2014 die erste Bauphase des Großprojekts abgeschlossen sein. Für die Entwicklung des ehemaligen Aspangbahnhofes zu Europas größter Passivhaussiedlung zeichnet das international renommierte Planerteam rund um den britischen Architekten Lord Norman Foster verantwortlich. Das städtebauliche Leitbild stammt vom Wiener Architekten Albert Wimmer.

Anfang des Jahres 2014 werden die 184 Wohneinheiten von Eurogate 5 bezugsfertig sein und damit den Schlussstrich unter die erste Bauphase setzen. Bei der Errichtung des Gebäudes setzte Johannes Kaufmann auf eine Kombination von tragendenden Ortbetondecken und Zwischenwänden sowie vorgefertigten Außenwandelementen in Leichtbauweise. „Dank der Vorfertigung genießen wir alle Vorteile der Fertigteilbauweise, wie zum Beispiel eine witterungsunabhängige Produktion, hohe Maßgenauigkeiten und kurze Errichtungszeiten vor Ort auf der Baustelle. Gleichzeitig dienen die massiven Decken und Wände im Innenbereich als sommerlicher Wärmespeicher“, erklärt Kaufmann die Entscheidung für die kombinierte Bauweise.

Vorgefertigte Außenwände

Für die Vorfertigung der Außenwände zeichnet Kulmer Holz-Leimbau in Pischelsdorf verantwortlich. Die einzelnen Elemente werden mittels Tieflader zur Baustelle transportiert und dort mit dem Hebekran millimetergenau an die jeweilige Stelle der Fassade versetzt. Sie bestehen aus einer 20 Zentimeter starken Holzriegelkonstruktion, die mit Mineralwolle ausgedämmt wird. Danach werden die einzelnen Bauteile mit RIGIPS Plattenwerkstoffen beplankt. Zum Einsatz kommen dabei sowohl Rigidur H Platten als auch RIGIPS Feuerschutzplatten, jeweils in einer Stärke von 15 Millimetern. All das passiert in der vor Wind und Wetter geschützten Werkshalle. Dabei werden die Platten bereits in passgenauer Höhe angeliefert und vor Ort auf die Holzkonstruktion geklammert. Darüber kommt eine Dampfbremse, welche für die luftdichte Anbindung an die Massivbauteile sorgt. Sowohl auf der Innen- als auch auf der Außenseite werden Rigidur H Platten als äußerste Lage montiert. Die besonderen Anforderungen der OIB Richtlinie 2 an die Brandsicherheit wurden an unterschiedlichen Varianten von der MA 39 über 90 Minuten in einem Brandofen allseitig geprüft. Mit der Hybridkonstruktion konnte die wirtschaftlichste Lösung realisiert werden.

Nach der Vorfertigung in der Produktionshalle wurden die wandhohen Fertigteilelemente mit Längen von zehn bis zwölf Metern auf die Baustelle transportiert, wo sie zwischen die einzelnen Deckenscheiben montiert wurden. Die Produktions- bzw. Einbauzeit belief sich damit gerade einmal auf knapp zehn Wochen. Sind alle Außenwandelemente versetzt, wird an der Außenseite ein Vollwärmeschutz aus acht Zentimetern Mineralwolle aufgebracht. Im Inneren erhalten alle Außenwände noch eine Vorsatz-schale aus Gipskarton, die gleichzeitig auch als Installationsebene für die Elektromontage dient. Der gesamte Innenausbau erfolgt in konventioneller Trockenbauweise mit Metallständerwänden und beidseitiger Beplankung mit RIGIPS Gipskartonplatten.

Baustellentafel:

Bauherr Eurogate Projektentwicklung Area Zeta GmbH, 1020 Wien
Bauträger BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH, 1020 Wien
Architektur Johannes Kaufmann Architektur, 6850 Dornbirn
Generalunternehmer Bilfinger Berger Baugesellschaft m.b.H., 1120 Wien
Holz-Fertigbau Kulmer Holz-Leimbau GesmbH, 1020 Wien, Passivhausbauweise mit kontrollierter Wohnraumlüftung in Form von zentralen Lüftungsgeräten 
Energiebedarf

Bauteil 5A: HWB 7,61 kWh/m2a
Bauteil 5B+C: HWB 7,03 kWh/m2a
Bauteil 5D: HWB 6,92 kWh/m2a

Gebäudevolumen 66.100 m (ohne Tiefgarage)
Nutzfläche Tiefgarage
Nutzfläche gesamt (ohne Tiefgarage)
8.028 m BGF
16.780 m
Aufteilung EG–2.OG geförderte Mietwohnungen
3. OG–5. OG geförderte Eigentumswohnungen
6. OG–7. OG freifinanzierte Eigentumswohnungen
570 m2 Geschäftslokalflächen (direkt am Zinnemannplatz)
ca. 80 m2 Gemeinschaftsraum
ca. 20 m2 Fahrradwerkstatt, ca. 570 m2 Fahrrad-/Kinderwagenräume
299 Tiefgaragenstellplätze
Wohneinheiten gesamt: 184
Bauzeit
Baukosten
 Jänner 2012 bis Jänner 2014
22,1 Mio. €