Aufs Wesentliche reduziert

  • Renzo Piano
    Renzo Piano
    © Columbia GSAPP
  • Kunstmuseum „Fondation Beyeler“ in Riehen/Schweiz. © Taxiarchos228
  • Opernsaal im Stavros Niarchos Foundation Cultural Center in Athen/Griechenland © Juergen Weidner
  • Bibliothek im Stavros Niarchos Foundation Cultural Center in Athen/Griechenland © Juergen Weidner
  • Renzo Pianos bislang einziges Bauwerk in Österreich: Die Parkappartments am Hautbahnhof in Wien.© Herzi Pinki
  • Das neue Parlament in Valetta/Malta© RenataAp

Im besten Sinne unspektakulär präsentiert sich das architektonische Werk von Renzo Piano, der auch im Alter von 82 Jahren immer noch regelmäßig mit außergewöhnlichen Architekturprojekten rund um den Globus auf sich aufmerksam macht. Seinen Durchbruch als freischaffender Architekt schaffte der in Genua geborene Architekt mit der Planung und Errichtung des Centre Pompidou in Paris.  

„Seine Architektur hat nichts mit Spektakel zu tun, vielmehr folgt sie der Kraft der Notwendigkeit und dem Respekt vor dem Ort und der Natur.“ 
Wolfgang Heiser, Heiser Kircher Architekten

Seine ersten Bauten realisierte Renzo Piano bereits vor über fünf Jahrzehnten – kurz nach Abschluss seines Architekturstudiums in Florenz und Mailand. Er gilt als Vertreter einer High-Tech-Architektur, wobei für Piano immer der Mensch im Vordergrund steht. So zeichnet sich seine Architektur durch maximale Nutzer/innenfreundlichkeit und ihre formalen Qualitäten aus. Mit seiner „städtischen Maschine“ – wie Piano das Centre Pompidou nannte – gab er einen Vorgeschmack auf sein architektonisches Schaffen, das sich nicht in einen Stil bannen lässt, sondern vielmehr eine Haltung zum Planen und Bauen widerspiegelt. Renzo Piano beherrscht die Kunst der Reduktion: Seine Gebäude sind reduziert bis zum Erreichen einer Essenz, die das Umfeld und die Bedürfnisse des Ortes reflektiert. Damit gleicht kein Gebäude dem anderen, jedes ist individuell und doch verbindet sie alle eine gemeinsame planerische Handschrift, die sich nicht formal äußert, aber durch ihre gestalterischen und räumlichen Qualitäten alle seine Werke eint: Dazu zählt ebenso der Umgang mit Materialien wie Stahl und Eisen, das Entwickeln großer, weitgespannter Hallen oder die Schaffung lichtdurchfluteter Dachkonstruktionen.

Renzo Pianos Architektur beschreibt eine physische und mentale Leichtigkeit und zeigt den Planer als einen Virtuosen von Licht und Transparenz. Er selbst ist ein bescheiden gebliebener Architekt, der seine Energie aus dem schöpft, was er noch alles machen will und wird, und nicht aus dem Rückblick auf das, was er schon getan hat.         

RENZO PIANO
Italienischer Architekt und Senator auf Lebenszeit

(*14. September 1937 in Genua)

Renzo Piano wurde das Bauen buchstäblich in die Wiege gelegt: Er wuchs in einer Familie von Bauunternehmern auf und begeisterte sich schon früh für Architektur.

Sein Architekturstudium absolvierte er in Florenz und machte im Jahr 1964 sein Diplom am Polytechnikum Mailand, wo er in weiterer Folge bis zum Jahr 1968 auch als Dozent arbeitete. Dank der Unterstützung durch seinen Vater und seinen Bruder konnte er sich direkt nach dem Studium der Erforschung von Baumaterialien und Technologien widmen. Auf Studienreisen nach Großbritannien und in die USA lernte Piano den amerikanischen Architekten Louis I. Kahn kennen, in dessen Architekturbüro in Philadelphia er ein Praktikum machte.

Nach dem Wettbewerbsgewinn für das Centre Pompidou gründete er in seiner Wahlheimat Paris ein gemeinsames Büro mit Richard Rogers, den er bereits über seinen Unterricht am Polytechnikum kannte. Im Jahr 1977 gründete er mit dem Ingenieur Peter Rice das Büro „Piano & Rice“, das sie gemeinsam bis zum Tod von Rice im Jahr 1993 führten. Schon Anfang der 1980er Jahre verwandelte sich das Büro in einen Building Workshop mit Büros in Paris und Genua. Mit dem neuen Namen wollte Piano vor allem den Teamwork-Charakter des Unternehmens unterstreichen.

1998 wurde Piano mit dem Pritzker-Architekturpreis geadelt und im Jahr 2013 ernannte ihn der damalige italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano zum Senator auf Lebenszeit.

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