Öko-Ausweis für Bauprodukte

  • www.baubook.at – die Datenbank für Bauprodukte, die ökologisches und gesundes Bauen vereinfacht. © stock.adobe.com - memyjo
  • RIGIPS Systembeispiel: Wohnungstrennwand
    RIGIPS Systembeispiel: Wohnungstrennwand
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Immobilienentwickler, Architekten, Planer und Ausführende erhalten anhand der EPD gesicherte und vor allem vergleichbare Informationen zu den Umweltauswirkungen von Baustoffen. RIGIPS Austria zählt zu den Pionieren bei der Erstellung der ökologischen Baustoff-Kriterien und bietet bereits seit dem Jahr 2014 Umweltproduktdeklarationen für die im Werk Bad Aussee produzierten Gipsplatten.

Die Umweltproduktdeklaration mittels EPDs ist ein Dokument, in das die umweltrelevanten Eigenschaften eines bestimmten Produkts in Form von neutralen und objektiven Daten abgebildet werden. Sie stellt zudem eine Verbindung zwischen europäischer Norm und ISO-Standard her und bildet im Bauwesen die Grundlage für die ganzheitliche Planung und Bewertung von Gebäuden. „EDPs werden von allen in Österreich gängigen Gebäude-Zertifizierungssystemen wie klima:aktiv, ÖGNB, TQG oder OGNI bei der Bewertung von Gebäuden herangezogen und unterstützen Hersteller zusätzlich bei der Vermarktung von umweltfreundlichen bzw. nachhaltigen Bauprodukten“, bestätigt Hildegund Figl vom Österreichischen Institut für Baubiologie und -ökologie (IBO) sowie Geschäftsführerin der baubook GmbH. Die Daten, die im Zuge der EPD erhoben werden, decken dabei den gesamten Lebenszyklus eines Produktes bei RIGIPS ab – von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis hin zur Recyclingfähigkeit.

Transparentes Bewertungssystem

Die Erstellung einer EPD erfolgt auf Basis einer Typ-III-Deklaration, schafft maximale Transparenz und vor allem Vergleichbarkeit. Bei bekannten Typ I Labels wie dem „Blauen Engel“ oder Typ II, der Anbietererklärung, können die Hersteller verschiedene Kriterien auswählen oder ausblenden, wodurch Produkt-Labels letztendlich kaum bis gar nicht vergleichbar sind. Anders bei der Typ III Deklaration, denn die EPD legt die Kriterien einheitlich über alle Baustoffe fest. Sie basiert auf der Ökobilanz nach ISO 14040, in der alle Stoffströme von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung erfasst sind. Die Umweltauswirkungen werden nach international anerkannten Konventionen (EN 15804) charakterisiert und unter Einbeziehung unabhängiger Dritter geprüft. Das einzige, was sich ein Hersteller aussuchen kann, ist, wie weit er im Prozess gehen will – nur bis zum Werkstor oder bis zum Ende des Produktzyklus. Die Saint-Gobain Gruppe hat sich für die besonders umfassende und transparente Version entschieden und zeigt den gesamten Produktlebenszyklus auf. 

Der Vergleich macht sicher

Im Rahmen der EPD-Erstellung wird zuerst der gesamte Herstellungsprozess eines Bauproduktes unter die Lupe genommen. Damit wird der Ressourcenverbrauch ebenso abgebildet wie die Emissionen in die Umwelt im Zuge der Materialgewinnung und der Produktherstellung. Der resultierende Beitrag zum Treibhauseffekt wird im Zuge der Ökobilanzierung dabei genauso quantifiziert und bewertet wie die Überdüngung oder Versauerung von Gewässern. Diese Ökobilanzen liefern die systematische und standardisierte Datengrundlage für die ökologische Gesamtbewertung eines Gebäudes. Im Zuge einer Lebenszyklusanalyse kann damit die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes – von der Errichtung über die Nutzung bis hin zu Abriss, Rückbau und Entsorgung – berücksichtigt werden. Dabei kann dank der EPDs auch der Beitrag der eingesetzten Bauprodukte zur Energieeffizienz oder zu anderen Aspekten der Gebäudebewirtschaftung dargestellt werden. Darüber finden sich in der Umweltproduktdeklaration auch Aussagen zu den technischen Eigenschaften der bewerteten Produkte, die für die Einschätzung der Performance der Bau-produkte – wie Lebensdauer, Wärme- und/oder Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft – benötigt werden.  

Nachhaltigkeit mit System

Als erster österreichischer Hersteller hat RIGIPS Austria nicht nur einzelne Produkte der EPD-Bewertung unterzogen, sondern seine kompletten Trockenbausysteme der ökologischen Zertifizierung unterzogen. Diese umfassenden Systembetrachtungen stellen für Architekten und Entwickler eine wesentliche Erleichterung für die Planung nachhaltiger Konstruktionen dar. Mussten bisher sehr mühsam und vor allem zeitaufwändig einzelne Dokumente für die Gebäudezertifizierung zusammengesucht werden, stehen mittlerweile unter www.baubook.at/rigips auf der eigenen Firmenplattform im baubook die ökologischen Eigenschaften für alle Wand- und Deckensysteme von RIGIPS zur Verfügung.

Im Zuge von Gebäudezertifizierungen werden neben den ökologischen Kennwerten seitens der Programmbetreiber wie LEED oder BREAM auch produktspezifische Aussagen zu flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) oder Inhaltsstoffen wie Formaldehyd gefordert. Dazu hat RIGIPS im baubook eine Erweiterung programmieren lassen, damit Planer nun auch über das baubook bereits prüfen können, ob diese Kriterien erfüllt sind – ohne alle Nachweise einzeln beim Hersteller anfordern zu müssen.