Leise, zurückhaltend und unverwechselbar

  • Luigi Snozzi
    Luigi Snozzi
    Architekt und Städtebauer Luigi Snozzi Anfang der 1970er Jahre in Monte Carasso im ­Schweizerischen Tessin.© Wojciech Kaczura
  • Monte_Carasso Palestra
    Monte_Carasso Palestra
    Turnhalle (rechts) und Gemeindedepot (Palestra) in Monte Carasso tragen wesentlich zur Aufwertung des Stadtkerns bei.© Wojciech Kaczura
  • Monte_Carasso Pelstra
    Monte_Carasso Pelstra
    Turnhalle (rechts) und Gemeindedepot (Palestra) in Monte Carasso tragen wesentlich zur Aufwertung des Stadtkerns bei.© Monte_Carasso,_Palestra_(c) Wojciech Kaczura
  • „Casa Patriziale“ in Monte Carasso
    „Casa Patriziale“ in Monte Carasso
    Mehrfamilien-Wohnhausanlage „Casa Patriziale“ in Monte Carasso im Schweizerischen Tessin, errichet in den Jahren 1968/1969.© Vale-BGirl

Luigi Snozzi ist ein Schweizer Architekt und Städteplaner, der die zeitgenössische Architektur seines Landes maßgeblich geprägt hat. Das Besondere an seinem architektonischen Werk ist der stete und enge Bezug zum Städtebau. Seine urbanen Eingriffe sind durch die Harmonie ihrer Beziehungen zum Ort und ihre Maßstäblichkeit geprägt.

Snozzi verwendet hauptsächlich das Material Beton, das er selbst als sensibles Material bezeichnet. Er zieht es über das ganze Gebäude, welches damit eine vollkommene Einheit bildet.„Jeder bauliche Eingriff bedingt eine Zerstörung. Zerstöre mit Verstand“, ist seine Devise.

Obwohl Snozzi stets von modischen Architekturströmungen Abstand hält, ist sein Werk dennoch mit dem italienischen Brutalismus verwandt.

Einmalig ist Snozzis Prägung im und Verbindung mit dem Tessiner Ort Monte Carasso. Die kleine historische Gemeinde mit knapp 3.000 Einwohnern war ursprünglich ein Bauerndorf, das sich später zu einem vorstädtischen Schlafort von Bellinzona entwickelte. In den 1980er Jahren  begann Snozzi den Ort in vielerlei Hinsicht zu verwandeln. Anstelle der ursprünglich vorgesehenen Dezentralisierung präsentierte Snozzi ein Projekt zur Aufwertung des historischen Stadtkernes. Dabei verdichtete er die Wohnbebauung um das Dreifache und revitalisierte das ehemalige Augustinerinnenkloster, das heute ein modernes Gemeindezentrum ist und verschiedene öffentliche und religiöse Institutionen beheimatet. Das Ortsbild ist durch auffallend viel Sichtbeton und Naturstein geprägt.

Bemerkenswert ist auch seine Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gemeinderat und der Bevölkerung. Den ursprünglichen Auftrag, seine Planungen von Beginn an mit der Bevölkerung  abzustimmen, lehnte er schlichtweg ab. Die damals gültigen Bebauungsregeln setzte er kurzerhand außer Kraft und ersetzte sie durch neue. So etwa die überkommene Regel, dass sich „jeder Eingriff mit der Struktur des Ortes konfrontieren“ müsse. Da diese für niemanden verständlich war – auch für Snozzi nicht – ernannte er eine fachliche Kommission, die für die Struktur des Ortes verantwortlich war. Eine weitere seiner  Bebauungsregeln besagt: „Wenn ein Projekt besser ist als die Regel, dann ändert man die Regel oder  definiert eine Ausnahme.“ Letztere erwies sich  dabei als äußerst hilfreich.

Den Ausgangspunkt für Snozzis architektonische und städtebauliche Eingriffe, aber auch für die Arbeit mit seinen Studenten, bildet die Aus­einandersetzung mit der Stadt. „Baust du einen Weg, ein Haus, ein Quartier, dann denke an die Stadt“, soll er einmal gesagt haben. Die Stadt ist für Snozzi die wahre Heimat des Menschen.    


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